Unser Gehirn versucht, jeden kompletten Bildeindruck insgesamt als weiß oder neutral zu deuten. - So fällt uns etwa beim Betrachten einer Diaserie nach wenigen Bildern nicht mehr auf, dass die Bilder möglicherweise einen starken Farbstich besitzen. -
Wir erleben hier nicht einen physikalisch messbaren Effekt sondern einen aktiven Vorgang in unserem "Sehorgan".
zu Versuch 1:
Entfällt nun plötzlich ein Farbeindruck, etwa ein starkes Rot, so sehen wir an der Stelle noch einige Zeit den "Rotausgleich" oder "Antirot", nämlich die Komplementärfarbe Grün an der gleichen Stelle.
Das andauernde Starren auf die intensiven Farben, wird oft auch mit einer Ermüdung der entsprechenden farbempfindlichen Nervenzellen verbunden.
zu Versuch 2:
Starren wir auf die Naht zwischen Rot und Grün, so "wackelt" unser Auge nach kurzer Zeit immer etwas hin und her. Wir empfinden dann an einer Stelle, an der wir vorher "Rot" sahen, wegen des oben angedeuteten Effekts bereits
- vor neutralem Hintergrund Grün als "Antirot"
- vor grünem Hintergrund aber ein "Supergrün",
das es in dieser Farbsättigung physikalisch eigentlich gar nicht gibt.